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Göttingen, 07.05.2018  |  Wie kann eine Stadt Energie sparsamer einsetzen, wie kann sie den Verkehr in der Innenstadt besser steuern und wie können Bürger schneller und kostengünstiger Behördenangelegenheiten erledigen? Diese und mehr Fragen zu den Möglichkeiten, eine Stadt mit digitalen Konzepten in eine Smart City zu entwickeln waren das Thema in der Diskussionsrunde der diesjährigen Konferenz des IT-Innovationsclusters Göttingen/Südniedersachsen.

„Die digitale Parkplatzsuche in der Innenstadt und die Bezahlung per Smartphone wäre schon eine große Erleichterung“ stellt Ulrich Herfurth als Moderator der Expertenrunde fest. Aber auch die Entwicklungen in der lokalen Struktur von Handwerk und Dienstleistungen sind teilweise einschneidend, wenn etwa Fehlerdiagnosen und Reparaturanleitungen über digitale Plattformen gesteuert werden, anstatt aus der eigenen Kompetenz örtlicher Anbieter heraus.

Das Göttinger Tageblatt berichtete dazu:

 

Göttinger Experten diskutieren über „Smart City“

„Smart City“ lautete das Thema des hochkarätig besetzten vierten Digitalgipfels. Der Kongress der Georg-August-Universität Göttingen und des IT Innovations-Clusters Göttingen/ Südniedersachsen in der Alten Mensa rief zur Diskussion über die Zukunft eines digital vernetzten Göttingens auf.

Als Begriffe prägen etwa freies WLAN, Handyparken, digitale Behörden, intelligente Ampeln, digitale Ladesäulen oder der Ausbau des Stromnetzes die Diskussion. Hauptanliegen des knapp fünfstündigen Gipfels war es darzustellen, über welches Potenzial an smarten Ideen die Region Südniedersachsen verfügt. Es solle zum gemeinsamen Handeln aufgerufen werden. Für den öffentlichen Raum werden unter dem Begriff Smart City zahlreiche Ansätze diskutiert, ausgetestet und implementiert. Die Lösungen sollen das Leben in der Stadt vereinfachen und verbessern. Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) betonte: „Die Digitalisierung im öffentlichen Raum kann kein Projekt sein, das die Stadtverwaltung alleine stemmt. Es muss zudem eine gemeinsame Definition erarbeitet werden, was wir in der Region wollen.”

Open Data und Citizen Science

Prägende Personen des Kongresses waren Prof. Ramin Yahyapour, Geschäftsführer der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung Göttingen (GWDG), Prof. Matthias Schumann, Wirtschaftsinformatik der Universität Göttingen, Oberbürgermeister Köhler und Digitalisierungsexperte Franz-Reinhard Habbel. Zudem gab es Fachvortrage in drei Foren zu den zentralen Themen „Mobilität”, „Smart City – Dienste für Göttingen” sowie „Open Data und Citizen Science”.

„Die Digitalisierung verändert alles”, betonte Habbel in seinem Vortrag zum Auftakt der Veranstaltung. Der Digitalisierungsexperte berät unter anderem Städte und Kommunen auf ihrem Weg zu vernetzteren Strukturen. Um aufzuzeigen, wie weit vorangeschritten der Digitalisierungsprozess in Deutschland ist, zitierte er Ralf Kleber. „Wenn die Digitalisierung ein Restaurantbesuch wäre, dann wären wir gerade mal beim Gruß aus der Küche“, so der Deutschland-Chef von Amazon. Habbel zeigte Impulse aus anderen Regionen auf, und betonte, dass Kommunen bei der Digitalisierung an Bedeutung gewinnen werden. Was vor allem an den zahlreichen Daten liege, die in den Kommunen vorlägen. Diese gelte es zu verbinden und zur Verfügung zu stellen.

Göttingen muss andere Schwerpunkte setzen als die Mega-Citys

Der Göttinger Wirtschaftsinformatiker Schumann wurde in seinem Vortrag „Was Göttingen von anderen Städten für ein Smart-City-Konzept lernen kann” ein wenig deutlicher und skizzierte Beispiele aus Darmstadt und Bonn. Er kam zum Fazit, dass es zwar Ansetze gebe, diese allerdings noch am Anfang stünden. Er betitelte dies als Absichtserklärungen. Göttingen müsse andere Schwerpunkte setzen als die sogenannten Mega-Citys und auf eigene Stärken aufbauen. Hier nannte er exemplarisch den Sektor E-Health.

Prof. Yahyapour betonte, dass Digitalisierung zu oft mit viel Skepsis diskutiert werde. Es gebe viele negative Schlagwörter wie Arbeitsplatzverlust, mangelnder Datenschutz oder Fake-News, es gebe aber auch zahlreiche positive Aspekte. Es gelte, die richtige Balance in der Diskussion zu finden. Die Uni sieht er in Bezug auf das Thema Smart City als engen Partner und Ideengeber. Glücklich sei er darüber, dass an der Uni demnächst ein neues Institut Data Science eröffnet werde.

Harmonische Diskussionsrunde

Dass es bei der von Ulrich Herfuth harmonisch moderierten Diskussionsrunde zum Abschluss wenig kontrovers herging, hatte einen simplen Grund. Es herrschte Einigkeit bei den Experten Köhler, Yahyapour, Sycor-Geschäftsführer Marko Weinrich, Stadtwerke-Vorstand Gerd Rappenecker und Handwerkskammer-Vertreter Simon Kreipe, dass der Digitalisierungsprozess mit mehr Energie und Esprit fortgeführt werden muss.

„Wir können mit dem vierten Digitalgipfel wirklich sehr zufrieden sein. Insgesamt waren gut 90 Interessierte aus den Feldern Wissenschaft, Unternehmen und Politik anwesend. Es sind interessante Perspektiven aufgezeigt worden, an denen gearbeitet werden kann. Ich habe mich über die Aussagen gefreut, dass dazu die Bereitschaft besteht. Denn ich bin mir absolut sicher, eine smarte City wird zukünftig ein wichtiger Standortfaktor sein“, resümierte Moderator und Hauptorganisator Andreas Redeker Netzwerkmanager des IT Innovations-Clusters Göttingen/Südniedersachsen.

Von Mark Bambey

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