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Praktikum zum deutsch-französischen Doppelstudium

Potsdam, 16. Oktober 2016 | Ich studiere im Wintersemester 2016/17 im dritten Semester des Doppelstudienganges der deutschen und französischen Rechtswissenschaften an der Universität Potsdam. Vom 12.09.2016 bis zum 30.09.2016 habe ich in der Kanzlei Herfurth & Partner in 30159 Hannover,  Luisenstraße 5 unter der Betreuung von Herrn Heitmüller ein Praktikum absolvieren dürfen.

Bezogen auf meinen deutsch-französischen Schwerpunkt ist mir eine internationale Ausrichtung der Praktika wichtig. Die weltweiten Tätigkeitsfelder der Kanzlei Herfurth & Partner haben mich begeistert. Darüber hinaus hat Herr Heitmüller seine Maîtrise en Droit an meiner zukünftigen Gasthochschule, der Université Paris Nanterre, abgelegt. Voller Vorfreude kontaktierte ich Herrn Heitmüller und durfte nach Absprache mit den Kollegen meine Bewerbungsunterlagen zusenden.

 Vom ersten Tag an fühlte ich mich herzlichst willkommen. Als erstes besprach Herr Heitmüller mit mir beiderseits die Ziele und Erwartungen an das Praktikum. Ich möchte frühzeitig Einblicke in die juristische Arbeitswelt erlangen um die juristischen Umgangsregeln (das Knigge) kennenzulernen als auch mein Studium arbeitsmarktorientiert auszurichten. Gleichzeitig möchte ich der Praktikumskanzlei etwas zurückgeben für die Entwicklungschancen, die sie mir bietet.  Herr Heitmüller wiederum ist interessiert an den aktuellen Lehrmethoden und möchte die Studenten auf einem Abschnitt ihres Studierendenlebens unterstützen. Im Anschluss an unser Einführungsgespräch lernte ich während einer Führung die Räumlichkeiten genauer kennen und wurde den Mitarbeitern vorgestellt.

Die Kanzlei stellt jedem Praktikanten eine Mappe mit ausführlichen Informationen über Herfurth & Partner, Fallbeispielen sowie wertvollen Hinweisen zum juristischen Schreibstil. Dies hat mich animiert eine persönliche Hilfestellung zu entwickeln und mich schon während des Praktikums intensiver mit dem Thema zu befassen.

Meine Praktikumstage begannen um 10:00 Uhr. Vormittags reflektierten  Herr Heitmüller und ich den Vortag. Er fragte nach Auffälligkeiten in den von mir  gelesenen Akten, zeigte mir die entscheidenden Schriftsätze und erläuterte sein weiteres Vorgehen. Aufschlussreich fand ich die Mandantentelefonate, die sich währenddessen ergaben und denen ich zuhören durfte. Nach der Reflektion ging ich mit neuen Akten und Aufgaben an meinen Arbeitsplatz eine Etage höher. Zufällig hatte es sich ergeben, dass uns fünf Praktikanten eine gesamte Büroetage mit eigenem PC-Anschluss zur Verfügung gestellt wurde.

Der rege Austausch mit den Praktikanten aus Brasilien, Deutschland, dem Iran und der Ukraine haben mein Gesamtverständnis der Rechtswissenschaften sowie meine Kenntnisse in der Rechtsvergleichung erweitert. Eine Woche vor dem Praktikumsantritt hatte ich an einer DAAD-Sommerschule zum internationalen Verfassungsvergleich in Budapest teilgenommen.

Eine weitere internationale Komponente war die ehemalige Referendarin von Herfurth und Partner, die sich in einem separaten Büro auf ihr 2.Staatsexamen vorbereitete und ihre Wahlstation in China absolvieren wird. Ihre Ausführungen haben mir einen hilfreichen Eindruck der kommenden Semester gegeben.

Insgesamt werde ich im Studium und Berufseinstieg von den Ratschlägen und Beobachtungen während meines dreiwöchigen Praktikums  bei Herfurth und Partner profitieren. Dank Herrn Heitmüllers Lektüre aus seinen Anfangsjahren und den ausführlichen Gesprächen mit ihm, habe ich viel über die Herangehensweise eines Rechtsanwaltes lernen können. Neben der Fallbearbeitung gehören soziale Fähigkeiten wie gutes Zuhören und ein Gefühl von Vertrauen zu vermitteln dazu. Abhängig vom Fachbereich überwiegt das Einfühlvermögen oder die schnelle, souveräne Abwicklung juristischer Fragestellungen. Die Kombination von Herrn Heitmüllers ersten Fällen aus dem Familienrecht mit denen aus der Wirtschaftskanzlei haben mir eine Bandbreite juristischer Problemstellungen aufgezeigt. Ich befasste mich mit einem deutsch-französischen Erbrechtsstreit, sichtete französische Zahlungsforderungen an einen deutschen Mandanten und las sogar einen Obduktionsbericht. Ich bin sehr zufrieden, dass ich zusätzlich aktiv einen Beitrag mit meinen Recherchen zur französischen Vertragsrechtsreform für die Kanzlei leisten konnte.

Jeden Dienstag konnte ich die Zusammenarbeit aller Rechtsanwälte von Herfurth und Partner intensiv kennenlernen. Während der Wochensitzung berichtet jeder Anwalt von seinen aktuellen Projekten, es werden neue Ideen ausgetauscht und, wenn erbeten, gemeinsam nach Lösungen gesucht. Ich empfand diesen wöchentlichen Austausch als sehr bereichernd um mich an verschiedenen Fachbereichen zu orientieren und eine Vorstellung ihrer Arbeit zu gewinnen. Zum Ende der Wochenbesprechung blieb immer Zeit für Berichte unserer aktuellen Praktikantentätigkeiten. Ich fühlte mich sehr gut eingegliedert in die Kanzlei.

Wie sehr sich Herfurth und Partner um seine Praktikanten bemüht, wurde auch in dem täglichen zweistündigen Unterricht durch interne Rechtsanwälte deutlich. Mit Herrn Herfurth behandelten wir das allgemeine Zustandekommen eines Vertrages, über mögliche Probleme, bis hin zu internationalen Verträgen. Mit seinen Kollegen entwarfen wir eine Klageschrift, einen Arbeitsvertrag und diskutierten Risiken internationaler Eheschließungen. Mein Blickwinkel hat sich durch die Fülle unterschiedlichster Themen entscheidend vergrößert. Während der Mittagspause in der hausinternen Küche konnte ich die Gespräche fortsetzen und erfuhr mehr über Länderschwerpunkte, neue Herausforderungen und außergewöhnliche Lebenswege.

Zum Abschluss meines Praktikums zeigte mir Herr Heitmüller das Landes- und Amtsgericht Hannover. Während der gesamten drei Wochen wurde ich hervorragend betreut. Ich konnte stets nachfragen und erhielt abwechslungsreiche Aufgaben. Darüber hinaus möchte Herr Heitmüller nächstes Jahr gerne von mir erfahren, wie mir der Start an der Gasthochschule Paris Nanterre gelungen ist. Dadurch wurde mir noch einmal deutlich, dass ich bei Herfurth und Partner als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen wurde. Die gute Arbeitsatmosphäre wird von einem ebenbürtigen Umgang miteinander getragen, so dass alle Mitarbeiter gleich wertig geschätzt werden. Ich möchte mich auch bei Herrn Herfurth für die intensiven Einblicke in seine Kanzlei Herfurth und Partner bedanken. Mit Unterstützung der Mitarbeiter wurde uns Praktikanten ein umfassendes Praktikumserlebnis geboten. Ich freue mich sehr über die Möglichkeit, diese Bildungschance wahrzunehmen und werde die Motivation aus der Kanzlei Herfurth und Partner in die nächsten Semester mit Bestimmheit übertragen.

Greta Giering, Potsdam
im Oktober 2016

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