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Rechtliche Aspekte zu Industrie 4.0

Hannover, 14.04.2015   |   Unter dem Begriff Industrie 4.0 hat die deutsche Industrie auf die weitreichende Entwicklung zur integrierten Fertigung aufmerksam gemacht. Kernstück ist die digitale Vernetzung von Maschinen und Prozessen, über Betriebe, Unternehmen und Ländergrenzen hinweg. Dabei tauschen nicht nur Maschinen miteinander Daten aus, sondern Werkstücke kommandieren ihre Bearbeitung, Bauteile werden logistisch dirigiert, die Produktion von Teilen in der Vorstufe ausgelöst, die Bearbeitung protokolliert und teilweise werden Werkstücke auf Distanz gedreht, gegossen oder gedruckt. Industrie 4.0 ist immanent, dass die Prozesse weitgehend ohne menschliches Zutun ablaufen, also maschinell initiiert werden und auch automatisch auf Veränderungen reagieren. „Dieser Automatismus bedeutet in seiner Dimension, dass bewährte rechtliche Instrumente nicht mehr wie bislang greifen“, erläuterte Ulrich Herfurth, Partner der Herfurth & Partner Rechtsanwaltsgesellschaft in Hannover. Wenn die Prozesse eng miteinander verwoben sind, wird es schwierig, die Voraussetzung für Gewährleistung, Haftung und Qualitätssicherung zu bestimmen. „Die rechtlichen Schnittstellen zwischen Unternehmen werden zunehmend schwieriger identifizierbar“, sagte Herfurth. Eine Herausforderung liegt aber auch im Datenmanagement: Die ausgetauschten Daten müssen sicher sein, dürfen nur zweckgerecht verwendet werden und für den Überlasser verfügbar bleiben. Ungeklärt ist die Frage, in welchem Umfang der Empfänger überlassene Daten auswerten und diese Auswertung für sich nutzen dürfe. Industrie 4.0 wird aber auch Auswirkungen auf Rechtsfragen im Personalbereich, im Marketing und für die Finanzierung von Unternehmen aufwerfen.

HERFURTH & PARTNER hat dazu die Arbeitsgruppe Indy4 gegründet, bei der namhafte Experten aus Niedersachsen interdisziplinär beteiligt sind. Gemeinsam mit dem Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) und weiteren Experten arbeiten die Juristen an Modellen für die rechtliche Ausgestaltung von Netzwerken in der integrierten Produktion. Im Rahmen der Fachkonferenzen von Herfurth & Partner stellen die Fachleute ihre Erkenntnisse interessierten Unternehmen vor.

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