Finanzen und Corona

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Bilanzrecht und Jahresabschlüsse 2019

23. März 2020

Kontakt:
Ulrich Herfurth
| herfurth@herfurth.de
Günther Stuff
| stuff@herfurth.de
Telefon: 0511-307 56-0

 

Die Wirtschaftsprüfer haben ihre Besorgnis über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Jahresabschlüsse der Unternehmen für das Jahr 2019 geäußert. Da die Krise nun eingetreten ist, müssen nach geltendem Bilanzrecht deren negative finanziellen Auswirkungen bereits in den Rückstellungen abgebildet werden. Dazu hat sich das Institut der Wirtschaftsprüfer IDW im März kritisch geäußert.

 

Problematik im Zusammenhang mit der Jahresabschlussprüfung

  • Viele Jahresabschlussprüfungen stehen vor ihrer Finalisierung
  • uneingeschränkter Bestätigungsvermerk kann jedoch nur dann ausgestellt werden, wenn die Fortführungsprognose nach § 252 HGB plausibel ist
  • Überschneidung von handelsrechtlicher und insolvenzrechtlicher Fortführungsprognose: ist das Unternehmen in einer Krisensituation (was zurzeit auf eine Vielzahl von Unternehmen zutreffen dürfte), ist für die handelsrechtliche Fortführungsprognose auch das laufende und das folgende Geschäftsjahr relevant
  • Zwar eignen sich die Gewährung von Staatshilfen und das Aussetzen der Insolvenzantragspflicht grundsätzlich dazu, die ansonsten zu erwartende Zerstörung der Fortführungsfähigkeit zu vermeiden. Die Voraussetzungen für diese Hilfen sind jedoch bislang nicht hinreichend klar formuliert (Kriterienkatalog des MBJV wohl in Arbeit)
  • Fortführungsfähigkeit vieler Unternehmen daher momentan nicht positiv feststellbar, was die Lage der Unternehmen weiter verschärft

Daher sind für den Einsatz der bereitgestellten Hilfsmittel Klar bestimmbare Kriterien zwingend erforderlich.

 

Quelle: IDW, Schreiben an BMJV vom 18.03.2020

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Hotline
0511 – 307 56-0

Ihre Ansprechpartner
für Fragen und Lösungen:

Management:
Ulrich Herfurth  |   herfurth@herfurth.de

Finanzen:
Günter Stuff  |  stuff@herfurth.de

Personal:
Clemens v. Wendt  |  vonwendt@herfurth.de

Organisation:
Angelika Herfurth  |  herfurth_a@herfurth.de

Verträge:
Marc-Andre Delp  |  delp@herfurth.de

Steuerliche Erleichterungen

24.03.2020 | Im Steuerrecht stellen sich dringende neue Fragen zur steuerlichen Behandlung der diversen Finanzhilfen, vor allem will die Regierung Unternehmen von aktuellen Pflichten vorübergehend befreien.

 

Steuerliche Maßnahmen für betroffene Unternehmen

  • Steuerstundung
  • Anpassung der Vorauszahlungen von Einkommens-, Körperschafts- und Gewerbesteuer
  • Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge bis zum 31.12.2020 bei unmittelbarem Betroffensein von den Auswirkungen des Virus

 

Quelle: IHK, https://www.hannover.ihk.de/rechtsteuern/steuern/aktuell1/corona5.html; Stand: 19.03.2020

 

Informationen der Zollverwaltung

  • Abfertigungsmöglichkeiten auch bei Zuspitzung der Lage grundsätzlich gewährleistet
  • Keine besonderen Förmlichkeiten bei der Einfuhr von importierter Ware aus China
  • Bei der Ausfuhr von Mund-Nasen-Schutzausrüstung ist nach der Durchführungsverordnung (EU) 2020/402 vom 14.03.2020 eine Ausfuhrgenehmigung erforderlich

 

Quelle: BAFA, unter: https://www.bafa.de/DE/Aussenwirtschaft/Ausfuhrkontrolle/Coronavirus_Schutzausruestung/coronavirus_schutzausruestung.html?nn=8065706; Stand: 24.03.2020

Versicherungsschutz gegen Ausfall und Schäden

23.03.2020 | In Anbetracht der durch die Krise verursachten finanziellen Schäden stellt sich für die Unternehmen die Frage, ob und in welchem Umfang diese durch Versicherungsverträge abgedeckt sind. Dazu hat die Versicherungsmaklergesellschaft TROWE eine kurze Übersicht erstellt, die wir an dieser Stelle vorstellen (ohne eigene rechtliche oder fachliche Prüfung durch Herfurth & Partner, kein rechtlicher Rat).

 

Betriebsunterbrechungsversicherung

  • Voraussetzung für eine Deckung durch die Betriebsunterbrechungsversicherung ist ein an einer dem Betrieb dienenden Sache entstandener Sachschaden
  • Schäden durch Bakterien und Viren sind regelmäßig ein Ausschlussbestand
  • Gleiches gilt für die Unterbrechung der Lieferketten von Zulieferern und Abnehmern
    Entsprechendes gilt für die Mehrkostenversicherung

 

Mietverlustversicherung im Rahmen der Sach- und Ertragsausfallversicherung

  • Mietausfall (entgangener Mietzins einschließlich laufender Mietnebenkosten) regelmäßig nur infolge eines durch die Gebäude- oder
  • Inhaltsversicherung erfasster Sachschaden gedeckt
  • Mietausfälle infolge von sachschadenunabhängigen Mietminderungen sind vom Versicherungsschutz ausgenommen
  • Eine sachschadenunabhängige Ertragsausfall- / Betriebsunterbrechungs- / Mietausfallversicherung, die auch das Szenario einer Epidemie oder Pandemie abdeckt, ist nach Einschätzungen am Markt nicht erhältlich

 

Betriebsschließungsversicherung

  • Regelmäßig Baustein einer bestehenden Ertragsausfall- / Betriebsunterbrechungsversicherung
  • Deckt Schäden, die dem Unternehmen durch behördlich angeordnete Maßnahmen auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes entstehen
  • Entschädigungsleistung richtet sich nach vereinbartem Tagessatz
  • Steht üblicherweise lediglich Unternehmen der Lebensmittelbranche, des Heilwesen sowie dem Hotel- und Gastronomiegewerbe zur Verfügung
  • Teilweise werden die verwendeten Klauseln hier stark kundenorientiert ausgelegt
  • In Einzelfällen erfolgten Deckungszusagen, obwohl das Coronavirus nicht ausdrücklich umfasst war. Dies könnte aus der Meldepflichtigkeit des Virus nach dem Infektionsschutzgesetz folgen
  • Eine grundlegende Positionierung des Marktes bleibt jedoch abzuwarten

 

Warentransportversicherung

  • Regelmäßig Sachsubstanzschäden an transportierten Gütern sowie der ggf. dadurch entstandene Vermögensschaden versichert
  • Kontamination und Infektion transportierter Ware regelmäßig nicht vom Schutz umfasst
  • Versichertes Schadensereignis kommt nur bei verderblicher Ware in Betracht

 

Ausstellungsversicherung

  • Leistet ebenfalls regelmäßig ausschließlich bei Sachsubstanzschäden am versicherten Gegenstand

 

Haftpflichtversicherung

  • Kaum deckungsrelevante Szenarien in Hinblick auf das Coronavirus ersichtlich

 

D&O-Versicherung

  • Bietet jedenfalls dann Deckung, wenn Managementfehler im Zusammenhang mit dem Virus zu Vermögensschäden des Unternehmens führen (z.B. unzureichende Ausgestaltung von Lieferverträgen mit chinesischen Unternehmen)

 

Veranstaltungsausfallversicherung

  • Regelmäßig Schadenserstattung bei Absage, Unterbrechung, Abbruch, Verschiebung oder Verlegung infolge eines nicht in der Kontrolle des Veranstalters, der Organisation/en oder der Teilnehmer liegenden Grundes
  • Risken wie Seuchen, Epidemien, Pandemien oder Erkrankungen jedoch in verschiedensten Versicherungsbedingungen ausgeschlossen
  • Bei Neuabschlüssen wird Corona und ähnliche Viren von den Risikoträgern aus dem Versicherungsschutz ausgeschlossen

 

Krankenversicherung

  • Grundsätzlich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei einer Infizierung gesetzlich oder privat versichert
  • Gesonderter Schutz für ins Ausland entsandte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch eine Auslandsreisekrankenversicherung möglich, die zusätzliche Assistance-Leistungen, wie z.B. Rücktransport ins Heimatland (soweit nicht durch Reisebeschränkung verhindert), übernimmt

 

Notfallplanung und Vertragsprüfung

  • Prävention durch Business Continuity Management (Notfall- und Maßnahmenplanung hinsichtlich des Virus) möglich
  • Zudem eingehende Prüfung von Kunden- und Lieferantenverträgen kann Steuerung und ggf. Minimierung drohender oder tatsächlicher Schäden ermöglichen

 

Quelle: MRH Trowe, Kurzinfo zum Coronavirus / https://www.mrh-trowe.com/

Finanzmanagement in der Corona Krise

25.03.2020 | Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC PriceWaterhouseCoopers hat eine strukturierte Übersicht zu wichtigen und dringenden Finanzmaßnahmen zusammengestellt und im Rahmen ihrer Beratungsangebote für Unternehmen präsentiert.

 

Liquidität

Einschätzung der potenziellen kurz- und mittelfristigen finanziellen Auswirkungen von COVID-19 mit Schwerpunkt auf Liquidität und finanzielle Verpflichtungen.

Darunter fallen:

  • Sofortige Erstellung bzw. Überprüfung des Liquiditätsstatus und einer 13-wöchigen Liquiditätsvorschau
  • Aktualisierung von Business Plan, Budget und Prognosen
  • Identifizierung potenzieller Worst-Case-Szenarien
  • Durchführung von Sensitivitätsanalysen, Modellierung von Worst-Case-Szenarien
  • Verkürzung Reporting (Real-Time)
  • Liquiditätsschonende Sofortmaßnahmen

 

Finanzierung

Überprüfung der Finanzierung in Bezug auf:

  • Covenants (Force Majeure Regel) und Baskets
  • Anpassung Kapitaldienst
  • Zusätzliche Kreditaufnahme
  • Zugang zu staatlichen Stützungsprogrammen (KfW-Darlehen oder Bürgschaften)
  • Zahlungsprioritäten neu bewerten und Zahlungsvereinbarungen überprüfen / anpassen
  • Identifizierung von Quellen für möglichen Schadenersatz (u.U. Betriebsunterbrechungs-versicherung, Erstattung der Lohnkosten bei Quarantäne / Beschäftigungsverbot nach IfSG)

 

Notfallplan

  • Minimierung von Betriebsunterbrechungen unter Beachtung von Krankheitsausfällen
  • Überprüfung der Supply Chain und Alternativen
  • Vorbereitung von Kurzarbeit
  • Sicherstellung der Zugriffe auf Systeme, v.a. Treasury and IT-Systeme
  • Vorbereitung Insolvenzverfahren

 

Stakeholder

  • Überprüfung der Situation bei wichtigen Lieferanten und Kunden
  • Berücksichtigung anderer, wichtiger Interessensgruppen, z.B. Aktionäre / Gesellschafter, Aufsichtsrat / Beirat, Banken, Kreditversicherer, Gewerkschaften, Agentur für Arbeit, Finanzamt, Regulierungsbehörden, etc.

 

Sofortmaßnahmen

  • Maximierung verfügbarer Liquidität: Sicherstellung Zugriff auf vorhandene Finanzmittel (v.a. Ausland), Verschiebung Bestellungen und Investitionen, Optimierung des Working Capitals (Zahlungsbedingungen), Anpassung Zins- und Tilgungsdienst, Steuerstundung, etc.
  • Sicherung der Finanzierung: Aussetzung von Covenants, Tilgungsaussetzung, Zinsstundung, Stillhaltevereinbarungen, Brückenfinanzierung, Nutzung bestehender Sicherheiten zur Ausweitung der Finanzierung, Factoring, Sale & Lease Back, Nutzung öffentlicher Programme (s.u.), Eigenkapitalerhöhung
  • Sicherstellung der Supply-Chain: auf Lieferanten- und Kundenseite. Aufbau von alternativen Lieferketten und Lieferbeziehungen
  • Kostensenkungsmaßnahmen: Überprüfung und Reduzierung aller Sachkostenposition, Nachverhandlung Leasing-Verträge, Miet-Stundungen, Einstellungsstopp, Stornierung nicht kritischer Ausgaben.
  • Staatliche Stützungsmaßnahmen: z.B. Kurzarbeitergeld, Steuerstundung, KfW-Förderprogramme (über Hausbank), Bürgschaften (über Hausbank)
  • Projekt Management Office (PMO): Einrichten eines zentralen Projekt-managements zur Bündelung aller Informationen und Handlungsstränge an einer Stelle sowie Sicherung einer einheitlichen und schnelle Vorgehensweise
  • Arbeitsrecht: z.B. Probezeit-Entlassungen, Kurzarbeit, Erstattung der Lohnkosten bei Quarantäne / Beschäftigungsverbot nach IfSG, Massenentlassungen
  • Insolvenzrecht: Vorbereitung und ggf. Einleitung eines Schutzschirmverfahrens, sofern drohende Zahlungsunfähigkeit vorliegt, oder eines Regelverfahrens

 

Quelle: PWC PriceWaterhouseCoopers, März 2020 

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